Seit Juli begleitet es uns an den CHEMPARK-Standorten Leverkusen, Dormagen und Krefeld-Uerdingen – und gerade in diesen Tagen sind die Pegel erneut auf Tiefststände gesunken.
Die Fotos von unseren Rheinterminals zeigen, was das heißt. Woran man es erkennt:
• Am Schiff: Die Tanker liegen extrem hoch im Wasser, der dunkle Rumpf ist fast komplett zu sehen – voll abgeladen läge das Deck knapp über der Wasserlinie. Nur noch Schiffe mit geringem Tiefgang fahren, und jedes nur mit einem Bruchteil seiner Ladung.
• Am Hafen: Kaimauer und Dalben stehen meterhoch frei, die Fender hängen über dem Wasser, die Schiffe liegen tief unter der Kante. Unsere Kais sind für den vollen Pegelbereich bis zum Hochwasser gebaut – jetzt wird daraus ein steiler Weg nach unten. Beim Löschen und beim Betreten und Verlassen der Schiffe sind besondere Konzentration und Vorsicht gefragt.
• Am Fluss: Die Kiesbänke gegenüber liegen in voller Breite trocken, der Rhein ist sichtbar schmaler. Die Schiffe halten sich strikt in der Fahrrinne – daneben ist nicht genug Wasser.
Seit Monaten haben wir gemeinsam mit unseren Kunden viele Versorgungswege auf Bahn und Lkw umgestellt, um die Produktion aufrechtzuerhalten. Das gelingt uns gut. Aber es ist eine starke Belastung – für unsere Prozesse und vor allem für die Kolleginnen und Kollegen, die rund um die Uhr konzentriert bleiben müssen.
Eine so ausgeprägte und lang anhaltende Niedrigwasserlage habe ich in meinen 25 Jahren im Chemiepark-Umfeld noch nicht erlebt. 2018 hatten wir auch starkes Niedrigwasser – aber deutlich konzentrierter und kürzer.
Darauf müssen wir uns einstellen. Das Binnenschiff bleibt für die zuverlässige Rohstoffversorgung unserer hoch integrierten Verbundstandorte ein Schlüsselverkehrsträger. Zugleich müssen wir lernen, mit den Folgen des Klimawandels umzugehen – der Druck auf unsere Supply-Chain-Lösungen und die Anforderungen an ihre Flexibilität werden steigen. Darauf bereiten wir uns vor und sichern gleichzeitig die Produktion.
Und noch etwas: Wettbewerbsfähigkeit am Standort Deutschland beginnt bei der Infrastruktur. Wasserstraßen, Schleusen, Brücken, Schienen und Straßen sind die Strukturvorteile, auf denen unsere Industrie stark geworden ist. Wenn wir sie zurückgewinnen wollen, müssen wir uns wieder konsequent um sie kümmern.
Mein Dank gilt allen Kolleginnen und Kollegen, die seit Juli in kontinuierlicher Anstrengung im Schichtbetrieb an unseren Terminals arbeiten. Ihr habt meinen höchsten Respekt. Auch an unseren Bahnhöfen und Autohöfen im CHEMPARK ist die Belastung deutlich sichtbar. Alle arbeiten konzentriert und beherrschen die Situation – hier sind Profis am Werk.
Lasst uns weiter konzentriert zusammenarbeiten und diese Lage professionell begleiten. Vielen Dank an euch alle – Glückauf!
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